{"id":644,"date":"2026-03-20T18:51:18","date_gmt":"2026-03-20T18:51:18","guid":{"rendered":"https:\/\/iwebace.com\/jennifer\/?p=644"},"modified":"2026-03-20T18:51:18","modified_gmt":"2026-03-20T18:51:18","slug":"wie-entstehen-unsere-gefuhle-achtsamkeit-deiner-gefuhle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iwebace.com\/jennifer\/wie-entstehen-unsere-gefuhle-achtsamkeit-deiner-gefuhle\/","title":{"rendered":"Wie entstehen unsere Gef\u00fchle? Achtsamkeit deiner Gef\u00fchle"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Warum haben wir Gef\u00fchle?<br><\/strong>Der erste und wichtigste Satz an dieser Stelle: Unsere Gef\u00fchle entstehen durch die Stillung oder Nichtstillung unserer Bed\u00fcrfnisse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das klingt im ersten Moment ungewohnt, da wir oft davon ausgehen, dass andere Menschen Schuld an unseren Gef\u00fchlen sind. Und tats\u00e4chlich sind andere Menschen oftmals Ausl\u00f6ser unserer Gef\u00fchle, da diese anderen Menschen eben eines unserer Bed\u00fcrfnisse stillen oder nicht stillen. Ob sie das bewusst oder unbewusst machen, spielt an dieser Stelle keine Rolle. Viel wichtiger ist zu erkennen, dass andere Menschen, welche uns die Erf\u00fcllung eines Bed\u00fcrfnisses verweigern, zwar Ausl\u00f6ser, jedoch nicht der Grund f\u00fcr unsere Gef\u00fchle sind. Der Grund f\u00fcr unsere Gef\u00fchle (positive wie negative) sind unsere eigenen Bed\u00fcrfnisse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Anhand eines Beispiels l\u00e4sst sich dies gut verdeutlichen:<\/strong><br><strong>Person A&nbsp;<\/strong>sitzt im Theater. Der K\u00fcnstler kommt von der B\u00fchne, denn er braucht einen freiwilligen Helfer.&nbsp;<strong>Person A&nbsp;<\/strong>hat das Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit und f\u00fcr diese Person ist die B\u00fchne nicht mit Sicherheit verkn\u00fcpft (vorherige Erfahrungen o. \u00c4.). Sagt der K\u00fcnstler der Person nun: \u201eKomm bitte mit auf die B\u00fchne\u201c, wird&nbsp;<strong>Person A<\/strong>&nbsp;h\u00f6chstwahrscheinlich unsicher werden oder Angst kriegen. Sie wird also ein negatives Gef\u00fchl bekommen. Dieses wurde sicherlich durch den Satz des K\u00fcnstlers ausgel\u00f6st, jedoch ist der K\u00fcnstler nicht der Grund f\u00fcr das Gef\u00fchl, sondern das nicht gestillte Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An diesem Beispiel erkennt man sehr sch\u00f6n, dass andere Menschen Gef\u00fchle zwar ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, sie jedoch nicht der Grund f\u00fcr das Gef\u00fchl sind. Der Grund ist eben in unseren gestillten und nicht gestillten Bed\u00fcrfnissen zu finden. Denn das Beispiel kann man noch weiterspinnen.<br><br>Im Theater sitzt noch eine weitere Person, die auf die B\u00fchne soll.&nbsp;<strong>Person B.<\/strong>&nbsp;Diese hat jedoch das Bed\u00fcrfnis nach Aufmerksamkeit. Diese Person m\u00f6chte im Mittelpunkt stehen. Sagt der K\u00fcnstler zu dieser Person: \u201eKomm bitte mit auf die B\u00fchne\u201c, wird&nbsp;<strong>Person B<\/strong>&nbsp;sehr wahrscheinlich fr\u00f6hlich und positiv erregt sein. Warum? Weil durch den Satz \u201eKomm bitte mit auf die B\u00fchne\u201c sein Bed\u00fcrfnis nach Aufmerksamkeit gestillt und durch die Stillung des Bed\u00fcrfnisses ein positives Gef\u00fchl ausgel\u00f6st wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was wir daraus lernen k\u00f6nnen, ist Folgendes:<br>1.&nbsp;<\/strong>Andere Menschen sind nicht der Grund f\u00fcr unsere Gef\u00fchle, sondern der Ausl\u00f6ser. Sie l\u00f6sen das Gef\u00fchl dadurch aus, dass sie unsere pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse stillen bzw. nicht stillen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2.<\/strong>&nbsp;Jeder Mensch f\u00fchlt anders, da die Bed\u00fcrfnisse eines jeden Menschen anders ausgepr\u00e4gt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3.<\/strong>&nbsp;Wir sollten unsere Gef\u00fchle nicht auf andere \u00fcbertragen, da ein und dieselbe Situation bei zwei Personen zwei vollkommen unterschiedliche Gef\u00fchle ausl\u00f6sen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kinder haben ein ebenso breites Spektrum an Emotionen wie wir Erwachsene, sie haben nur noch nicht gelernt, diese vollkommen zu beherrschen.<br>Denk nur mal an dein eigenes Leben und an das Wechselbad der Gef\u00fchle, das du manchmal durchlebt hast- wie einschneidend die letzte Verliebtheit war und wie ersch\u00fcttert du warst, als du zuletzt zur\u00fcckgewiesen wurdest. Gef\u00fchle begleiten uns das ganze Leben. Sie k\u00f6nnen uns zerst\u00f6ren und mit aller Macht treffen oder uns wachsen lassen und mit Stolz erf\u00fcllen.<br>Der Umgang mit Gef\u00fchlen erfordert sowohl \u00dcbung als auch Mut. \u00dcber beides verf\u00fcgen Kinder noch nicht in demselben Ma\u00dfe wie Erwachsene.<br>Sie m\u00fcssen ihre Gef\u00fchle erst noch kennenlernen, und es ist unser Auftrag als Eltern, ihnen dabei zu helfen. Es ist eine gro\u00dfe Lebensaufgabe- und ein langwieriger Prozess, aber es lohnt sich \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allzu leicht vergessen wir, wie gro\u00df der Unterschied zwischen den Gehirnen von Kindern und denen Erwachsener ist. Kinder und Jugendliche haben Hirne, die noch in der Entwicklung sind. Sie werden h\u00e4ufig von ihren Gef\u00fchlen \u00fcberw\u00e4ltigt, wissen aber nicht wohin damit.<br>Unser Gehirn ist erst mit etwa Mitte zwanzig voll entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gef\u00fchle als Sprachrohr<br><\/strong>Claas, ein Junge von 10 Jahren, kam vor einiger Zeit zu mir. Die Schule hatte in Absprache mit den Eltern daf\u00fcr gesorgt. Claas hatte Wutanf\u00e4lle, die sich h\u00e4ufig in der Schule gegen Lehrer und Mitsch\u00fcler richteten.<br>Auch fehlte Claas das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Konsequenzen \u2013 Kinder machen Sachen, die weniger harmlos sind, als sie dachten, verletzender, als sie wollten. Nicht selten gebrauchen sie Gef\u00fchle nur als Vehikel, um Dinge auszudr\u00fccken, die sie nicht auf andere Weise sagen k\u00f6nnen.<br>Claas sagte zu mir, dass er w\u00fctend sei, weil ihm niemand richtig wahrnimmt, und Zuhause herrscht gerade Chaos.<br>Permanent w\u00fctend zu sein, war die einzige Ausdrucksweise, die er kannte, um zu sagen, dass etwas nicht in Ordnung war. So kommunizieren Kinder, so gut es ihnen m\u00f6glich ist.<br><br>Kinder zeigen eine Reaktion, und uns Erwachsene in ihrem Umfeld f\u00e4llt die Verantwortung zu, die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr zu finden. Dann hat die Wut einen &gt;Wert&lt;, dann bewirkt sie etwas Positives.<br>Ich pers\u00f6nlich glaube auch, dass wir an Kinder manchmal zu hohe Anspr\u00fcche stellen.<br>Ja, Kinder tun Sachen, die wir nicht m\u00f6chten, sie bei\u00dfen andere Kinder, qu\u00e4len andere, stellen Dinge \u00fcber andere ins Internet, machen ihre B\u00fccher kaputt, vergessen Dinge. Sie benehmen sich schlecht.<br>Doch wenn wir nur sehen, was sie tun, und nicht danach fragen, wo dieses Verhalten herr\u00fchrt, dann lassen wir die Kinder im Stich.<br>Gef\u00fchle sind nicht grundlos, sie versuchen uns etwas mitzuteilen. Wir Erwachsenen haben die Pflicht, genau hinzuh\u00f6ren, um die Ursache daf\u00fcr herauszufinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Detektivarbeit<\/strong><br>Doch wie gelingt es dir, genau hinzuh\u00f6ren und herauszufinden, was sich hinter den Gef\u00fchlen oder dem unverst\u00e4ndlichen Verhalten verbirgt?<br>Sei neugierig! Werde zum Detektiv, wenn Situationen entstehen, in denen die Emotionen hochkochen. Frage: &gt;Was ist hier los?&gt;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit hilfst du deinem Kind, mit der Zeit seine eigenen Emotionen zu verstehen. Es muss seine Gef\u00fchle wiedererkennen, sie einordnen k\u00f6nnen und lernen, sie zu benennen.<br>Manche Kindern f\u00e4llt es leicht, \u00fcber ihre Gef\u00fchle zu sprechen, andere kommen als verschlossenen Austern auf die Welt. Doch wir alle sollten ausdr\u00fccken, was in uns vorgeht \u2013 das f\u00f6rdert unser inneres Wachstum und bringt uns einander n\u00e4her. Deshalb brauchen auch alle Kinder Erwachsene in ihrem Leben, die sich unmissverst\u00e4ndlich \u00e4u\u00dfern und ihre Gef\u00fchle klar in Worte fassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eltern sind genauso verschieden wie Kinder \u2013 manche finden es einfach, \u00fcber dies und das zu reden, w\u00e4hrend andere so gut wie noch nie ge\u00e4u\u00dfert haben, wie es ihnen geht. Manchmal reicht ein wenig Smalltalk aus.<br>Finde heraus, wie der Tag deines Kindes gewesen ist. Kinder kennen mehr oder weniger drei Antworten auf die Frage, wie ihr Tag verlaufen ist: &gt; gut&gt;, schlecht &gt; oder &gt;&lt; ganz in Ordnung&gt;. Das sie sich das bewusst machen k\u00f6nnen und dass ihre Antwort akzeptiert wird, ist eine wertvolle Lektion f\u00fcrs Leben. Ruhig nachhaken: Ach ja? erz\u00e4hl! und so vielleicht noch ein, zwei S\u00e4tze mehr erfahren. Es geht in diesem Gespr\u00e4ch um ein spielerisches Herauskitzeln, nicht ums Verh\u00f6ren. Es mag banal klingen, ist aber sinnvoll, weil dein Kind dadurch lernt, innezuhalten, seinen Gef\u00fchlen nachzusp\u00fcren und diese zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Verbotene Gef\u00fchle gibt es nicht<br><\/strong>Wir Erwachsene k\u00f6nnen manchmal ganz sch\u00f6n unsensibel sein, wenn wir mit den Gef\u00fchlen anderer konfrontiert werden. Nichts l\u00e4sst tr\u00e4nen st\u00e4rker flie\u00dfen als die Aufforderung, nicht zu weinen, und es bringt nichts, die Gef\u00fchle eines Kindes herabzuw\u00fcrdigen. Dann zerst\u00f6rt man nur etwas.<br>Alle Gef\u00fchle, wie Wut, Kummer, Frustration und Verzweiflung und alle anderen Emotionen sind ein Teil von uns. Sie zu verbieten, ist keine gute L\u00f6sung! Kinder bedeuten ihre Gef\u00fchle etwas, und sie zu m\u00fcssen wissen, dass f\u00fcr sie Raum ist \u2013 auf diese Weise wird es ihnen rascher gelingen, selbst die tiefsten und \u00fcberm\u00e4chtigsten Gef\u00fchle in den Griff zu bekommen,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Spielplatz z.B. f\u00e4llt mir oft auf, dass einige Eltern und es ist nicht selten zur Gewohnheit geworden, Dinge wie diese zu \u00e4u\u00dfern: &gt;Na, bist du nicht schon zu gro\u00df daf\u00fcr, um so zu schmollen?&gt;, Willst du wirklich vor allen Leuten so ein Benehmen an den Tag legen?&gt;, Sei nicht so kindisch!&gt; Ist doch nicht so schlimm!&gt;, Da brauchst du keine Angst haben!&gt;<br>Selbst wenn diese Kommentare einem leicht \u00fcber die Lippen kommen, verwehrst du deinem Kind damit seine Gef\u00fchle \u2013 und das belastet die Beziehung zwischen dir und deinem Kind.<br>Man kann nicht immer das Richtige sagen, aber es ist von Vorteil, sein Bewusstsein daf\u00fcr zu sch\u00e4rfen, weil diese Situationen st\u00e4ndig auftreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df auch, wie leicht es ist, \u00fcber die Gef\u00fchle von Kindern hinwegzusehen. Wenn sich meine Tochter Lia wehgetan hatte, h\u00e4tte ich leicht sagen k\u00f6nnen: Das war doch nicht schlimm. Hopp, hopp, weiter gehts!<br>Aber vielleicht hat es ja wirklich wehgetan?<br>Wenn dein Kind von diesem oder jenem Gef\u00fchl \u00fcberw\u00e4ltigt wird, solltest du es zuallererst ernst nehmen und ihm dann Hilfestellung bei der \u00dcberwindung geben: Hat du dich gesto\u00dfen und hast du dir wehgetan? Uff, das sah nicht gut aus! Versuch doch mal, dich wieder auf ein Bein zu stellen. Prima! Willst du jetzt weiter spielen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diese Art stellt dein Kind eine Verbindung zwischen dem her, was in ihm vor sich geht, und dem, was um es sich herum geschieht. Dein Kind lernt zu benennen, was passiert ist, und dass sich das Geschehene \u00fcberwinden l\u00e4sst. Diese L\u00f6sung ist immer besser, als seine Gef\u00fchle zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vermitteln wir als Eltern unseren Kindern, dass ihre Gef\u00fchle falsch sind, werden sie irgendwann glauben, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, und es wird ihnen schwerfallen, sich selbst zu vertrauen. Das macht es deinem Kind schwerer, seine Emotionen zu kontrollieren und aufkommende Schwierigkeiten zu l\u00f6sen. Haben Kinder das Gef\u00fchl, dass sie bestraft werden, weil sie \u00e4u\u00dfern, wie es ihnen geht, und dass sie das, was in ihrem inneren vor sich geht, nicht mitteilen k\u00f6nnen, geben wir ihnen vergleichsweise schlechtere Voraussetzungen an die Hand. Dann rauben wir ihnen n\u00f6tiges Selbstvertrauen und Geborgenheit.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">In meinen Workshops gehe ich mit den Kindern Gef\u00fchle durch.<br><br>Das alle Gef\u00fchle okay sind, aber gewisse Handlungen eben nicht.<\/h4>\n\n    <div class=\"xs_social_share_widget xs_share_url after_content \t\tmain_content  wslu-style-1 wslu-share-box-shaped wslu-fill-colored wslu-none wslu-share-horizontal wslu-theme-font-no wslu-main_content\">\n\n\t\t\n        <ul>\n\t\t\t        <\/ul>\n    <\/div> \n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum haben wir Gef\u00fchle?Der erste und wichtigste Satz an dieser Stelle: Unsere Gef\u00fchle entstehen durch die Stillung oder Nichtstillung unserer Bed\u00fcrfnisse. Das klingt im ersten Moment ungewohnt, da wir oft davon ausgehen, dass andere Menschen Schuld an unseren Gef\u00fchlen sind. 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